Gründerzeit-Klassiker als originalgetreue Nachbauten

Die Gründerzeit umfasst etwa die Jahre 1870 bis 1900 und begann in Deutschland und Österreich nach der Reichsgründung 1871. Industrialisierung und wirtschaftlicher Aufschwung stärkten das Bürgertum, das seinen wachsenden Wohlstand auch im eigenen Zuhause sichtbar machen wollte. Großzügige Wohnungen, repräsentative Salons und aufwendig eingerichtete Speisezimmer wurden zum Ausdruck gesellschaftlicher Stellung.

Formen und Design in der Gründerzeit

Möbel der Gründerzeit sind massiv, hoch aufragend und häufig schwer gebaut. Sie griffen bewusst auf ältere Stilrichtungen wie Neurenaissance, Neobarock und Neorokoko zurück und verbanden historische Vorbilder mit den Möglichkeiten einer zunehmend industrialisierten Möbelproduktion. So entstand eine charakteristische Wohnkultur, deren Möbel bis heute das Bild des bürgerlichen Wohnens im späten 19. Jahrhundert prägen.

 

Kräftige Gesimse, Aufsätze und Giebel gliedern die Korpusse architektonisch und verleihen ihnen eine markante Präsenz im Raum. Die Ornamentik ist reich und plastisch. Geschnitzte Akanthusblätter, Löwenköpfe und Masken sowie gedrechselte Säulen und Baluster zieren Fronten, Türen und Aufsätze. Die Oberflächen wurden meist dunkel gebeizt und mit Schellack poliert, sodass Maserung und Schnitzwerk tief und satt zur Geltung kamen. So verbinden Gründerzeit-Möbel dekorativen Reichtum mit einer kraftvollen Konstruktion und spiegeln den repräsentativen Anspruch der bürgerlichen Wohnkultur dieser Zeit wider.

Funktion und Repräsentation in der Gründerzeit

Möbel aus der Gründerzeit waren Gebrauchs- und Statusmöbel zugleich. Das Buffet bewahrte Geschirr und Silber auf und bildete häufig den Mittelpunkt des Speisezimmers. Der Bücherschrank bot Platz für die wachsende private Bibliothek und konnte zugleich Bildung und gesellschaftlichen Anspruch sichtbar machen. Im Herrenzimmer diente der Schreibtisch der Korrespondenz und der Verwaltung geschäftlicher oder persönlicher Angelegenheiten. Große Kleiderschränke und Vertikos boten reichlich Stauraum für den wachsenden Hausrat.

Die Möbel der Gründerzeit und ihre unvergängliche Ästhetik

Zu den typischen Möbelstücken zählen das Vertiko, das Buffet mit Aufsatz, der zweitürige Kleiderschrank, der Bücherschrank, der Schreibtisch und der Ausziehtisch. Hinzu kommen Sofa, Chaiselongue und der gepolsterte Stuhl. Gemeinsam bildeten sie die Ausstattung der bürgerlichen Wohnung mit Salon, Speisezimmer und Herrenzimmer.

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Handwerklich verbanden diese Möbel Tischlerarbeit, Schnitzerei und Drechslerei. Mit der Industrialisierung wurden einzelne Teile maschinell vorbereitet, doch die handwerkliche Ausarbeitung blieb von großer Bedeutung. Schnitzwerk, Furnierbild, Oberflächen und Verbindungen verlangten weiterhin Erfahrung und handwerkliches Geschick. Tragende Konstruktionen wurden gezapft und verleimt, damit die schweren Korpusse auch bei intensiver Nutzung stabil blieben.

 

Auch die Polsterung war Teil der repräsentativen Gestaltung. Bezogen wurden Sitzmöbel mit Samt, Plüsch, Rips oder Leder, oft in dunklen Tönen wie Bordeaux, Dunkelgrün oder Tiefblau. Kordeln, Fransen, Quasten und Knopfheftungen ergänzten die Polster und griffen den dekorativen Charakter der Möbel auf. Die schweren Stoffe passten zur kräftigen Gestaltung der Möbel und schufen zugleich eine behagliche Atmosphäre in den Wohnräumen.

Unsere Gründerzeit-Möbel nach Holzart

Für Gründerzeit-Möbel wurde bevorzugt Eiche verwendet, vor allem bei Möbeln im „altdeutschen“ Stil der Neurenaissance, dessen kräftige Maserung die massive Bauweise betont. Nussbaum kam häufig bei Neobarock und Neorokoko zum Einsatz, da seine lebendige Zeichnung die plastische Gestaltung und das Schnitzwerk wirkungsvoll ergänzt. Auch Mahagoni und Palisander wurden für hochwertige Furniere verarbeitet. Die Oberflächen wurden meist dunkel gebeizt und mit Schellack poliert, sodass Farbton und Maserung des Holzes tief und geschlossen wirkten. Diese dunkle, satte Farbigkeit prägt bis heute den Charakter der Epoche und verleiht den Möbeln eine ruhige, gediegene Ausstrahlung. In Verbindung mit Wandvertäfelungen, schweren Vorhängen und klassisch gestalteten Räumen entsteht ein Wohnambiente, das den historischen Charakter dieser Epoche besonders deutlich aufgreift.

Nussbaum

Vom Vorbild zum Unikat: Gründerzeit-Möbel nach Maß bei stilwohnen

Auch heute überzeugt die Gründerzeit mit ihrer soliden Bauweise, ihrem Reichtum an Schnitzwerk und ihrem Anspruch, Wohnraum großzügig und charaktervoll zu gestalten. Wer sich für Gründerzeit-Möbel entscheidet, setzt auf ausdrucksstarke Stilmöbel, die einem Raum Tiefe und Substanz verleihen – ob als einzelnes Buffet, als imposanter Bücherschrank oder als Teil einer durchgängig historisch gestalteten Einrichtung.

Unsere Tischlermeister fertigen Möbel aus der Gründerzeit nach historischen Vorlagen und nach Maß. Von der Auswahl des Massivholzes über die präzise Ausarbeitung von Schnitzwerk und Säulen bis zur sorgfältigen Oberflächenbehandlung entsteht jedes Stück in unserer eigenen Werkstatt. So lässt sich ein originalgetreuer Nachbau genau auf Ihre Räumlichkeiten und Ihre gestalterischen Wünsche abstimmen. Historische Gestaltung, handwerkliche Fertigung und individuelle Maße verbinden sich dabei zu einem Möbelstück, das die charakteristischen Merkmale der Gründerzeit bewahrt und zugleich für heutige Wohnräume gefertigt wird.

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