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Biedermeier Spiegel mit Giebel

Höhe: 106 cm
Breite: 57 cm
Tiefe: 4 cm
Alter: um 1820
Holz: Kirschbaum

1.600,00 

Spiegel aus Kirschbaumholz: In Zwiesprache mit dem eigenen Ich

Ein Spiegel ist das sprechendste Symbol des Menschseins: Nur der Homo sapiens ist in der Lage, sich selbst in der reflektierenden Oberfläche zu erkennen und daraus Schlüsse über das eigene Ich zu ziehen. Kein Wunder also, dass es zu den ersten Errungenschaften menschlicher Zivilisation gehörte, spiegelnde Oberflächen handwerklich zu gestalten. Bis zu einem Kirschbaum Spiegel, wie er in der Biedermeierzeit üblich war, war es allerdings ein langer Weg.

Kirschbaum Spiegel: Ein Accessoire so alt wie der Wunsch nach Schönheit

Bevor die Menschheit lernte, Spiegel mit Kirsche und anderen edlen Hölzern zu fertigen, nutzten sie den reflektierenden Effekt des Wassers in Schalen. Sobald jedoch die Sitte aufkam, sich mit Schmuck und Verzierungen auszustaffieren, brauchte es bessere Hilfsmittel, um das Ergebnis zu bewundern. Blank poliertes Metall diente als erste handwerkliche Spiegelform und war schon in der Steinzeit, weit vor Christi Geburt, gebräuchlich.

Dabei war ein Spiegel natürlich der Oberschicht vorenthalten, die erstens die nötigen Mittel für edles Metall, zweitens die Muße für das Betrachten ihres Äußeren hatte. Für das gemeine Volk waren Spiegel ein ähnliches Hexenwerk wie unerklärliche Wetterphänomene oder der Lauf der Gestirne.

Obwohl anzunehmen ist, dass auch Männer Spiegel, die es damals nur in der handlichen Form gab, benutzten, galten die reflektierenden Schönheitshelfer in vielen Kulturen als typische Beigaben für Frauenbestattungen. Das änderte sich erst, als die ersten Glasspiegel ungefähr 200 n. Chr. erfunden wurden und Verbreitung in ganz Europa fanden. Spätestens zum Mittelalter hin, als die männliche Staffage denen der Frau in nichts nachstand, galt der Spiegel als Accessoire beider Geschlechter – und mit ihm entstand der Vanitas-Gedanke.

Kirschbaum Spiegel: von der Erkenntnis zum Vanitas-Motiv

Seitdem Spiegel aus einer Silberbeschichtung gefertigt und damit weitaus klarer wurden, nahm ihre Verwendung einen zweigeteilten Weg. Einerseits dienten sie als Hilfsmittel für wegweisende Experimente in der Physik und zur Fortentwicklung der Naturwissenschaften. Andererseits waren sie ein Symbol für die leere Existenz der oberen Klassen. Im Vanitas-Motiv, das als bildliche Darstellung der Vergänglichkeit des Menschen bei vielen Künstlern Anklang fand, war häufig ein Spiegel das Symbol für ein sinnentleertes, eitles Leben, an dessen Ende das Bedauern über verpasste Chancen steht.

Dieses Motiv ist bis in das frühe 20. Jahrhundert zu finden, allerdings gelangte der Spiegel dennoch in alle Bevölkerungsschichten und wurde selbst in schlichter, billiger Form zum festen Bestandteil eines Haushalts und der Toilettenausstattung einer Dame und des selbstbewussten Herren. Während die einfachen Menschen mit kleinen Quadraten, die kaum das Gesicht zeigten, Vorlieb nahmen, wollte sich die Oberschicht ganz betrachten können – natürlich im perfekten Rahmen.

Kirschbaum Spiegel: Inszenierung der eigenen Persönlichkeit

Die Sitte, eine spiegelnde Oberfläche mit einem passenden Rahmen aus edlem Holz auszustatten, entsprang ursprünglich der Empfindlichkeit des Materials. Allerdings nutzten Kunsthandwerker schnell die Möglichkeiten, die sich ihnen durch diese Notwendigkeit bot.

Wurden in Barock und Rokoko die Rahmen noch mit Blattgold überzögen und überaus opulent gestaltet, setzten spätere Jahrhunderte eher auf die schlicht-elegante Wirkung des Holzes selbst. Ein Wandspiegel aus Kirschbaum, wie er zum Beispiel im Biedermeier typisch war, brachte nicht nur die Hinwendung zur Schlichtheit in Kleidung und Aussehen zum Ausdruck, sondern erfüllte auch noch ganz andere Aufgaben.

Je schlichter ein Rahmen ist, desto stärker liegt der Fokus auf der spiegelnden Fläche. Dadurch konnten die Accessoires als optische Vergrößerung in den oft kleinen Zimmern eines Biedermeier-Bürgerhauses genutzt werden. Bei einer perfekten Hängung ließ sich sogar die weitläufige Zimmerflucht eines Adelsanwesens nachahmen – denen die erstarkte Bürgerschicht trotz ihrer betonten Schlichtheit immer noch nacheiferte.

Kirsche für Spiegel war (und ist) ein ideales Holz, weil es mehrere optische und funktionelle Eigenschaften verbindet:

  • Es ist widerstandsfähig aber flexibel. So können stabile Rahmen in jeder Form gefertigt werden.
  • Es besitzt einen warmen, ansprechenden Holzton, der die Einrichtung dezent ergänzt
  • Es lässt der Spiegelfläche optisch den Vortritt
  • Die feine Maserung sorgt für eine filigrane Lebendigkeit

Ein Kirschbaum Spiegel – ob als Antiquität aus dem Biedermeier oder als fachgerechter Nachbau – ist daher eine perfekte und überlegte Ergänzung für eine stilvolle Einrichtung.

Kirschbaum Spiegel vom Fachbetrieb

Auch wenn ein Spiegel allein an einer Wand wirken kann, entfaltet sich seine optische Eleganz am besten im Zusammenspiel mit anderen Möbeln. Über einem Beistelltisch aus Kirschbaum drapiert, wirkt er im Ensemble sehr luftig und gibt dem ansonsten toten Raum über dem Tisch eine strukturierte Form. Als Ergänzung zu einer Kirschbaumkommode wirkt er wie ein Bild, das durch die Reflexion erstens immer wieder anders und zweitens perfekt zum Raum passend ist.

Um Ihrem Zimmer und Ihrer Persönlichkeit den perfekten Rahmen zu geben, können Sie bei den Experten von stilwohnen.de liebevoll restaurierte Kirschbaum Spiegel und andere Antiquitäten aus dem Biedermeier und ähnlich beliebten Epochen bestellen.

Alle Möbel werden fachgerecht und nach höchsten Qualitätsansprüchen restauriert und atmen das Flair vergangener Zeiten. Damit investieren Sie nicht nur in einmalige Stücke, sondern schaffen einen echten Wert für Ihre Familie.

Sollten Sie sich einen Spiegel in einem anderen Holzrahmen, einer anderen Farbe oder im Stil einer anderen Epoche wünschen, können die Meisterhandwerker von stilwohnen.de auch das für Sie realisieren. Denn wir bieten den Service, Stilmöbel exakt nach antiken Vorbildern nachzubauen und diese behutsam an Ihre Vorstellungen anzupassen. Damit bestellen Sie ein langlebiges Erbstück für Ihre Familie, das selbst das Zeug zur Antiquität hat.

Dabei setzt der Fachbetrieb auf die perfekte Verbindung althergebrachter Handwerkstechniken und modernen Möglichkeiten. Ein Kirschbaum Spiegel zeigt Ihnen Ihre Persönlichkeit in jeder Facette – und verströmt die Faszination einer Zeit, in der jeder Blick auf sich selbst einem Wunder gleichkam.

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